Selbsthilfe in der Corona-Krise jetzt online

Wie erleben Menschen mit Demenz die Corona-Krise? Was tun, wenn die Tagespflege geschlossen hat oder der Pflegedienst nicht mehr kommt? Wo können Pflegende und Betroffene auch jetzt Unterstützung finden? – „Die Corona-Epidemie stellt demenzkranke Menschen und ihre Familien vor ganz besondere Herausforderungen“, sagt Regina Schmidt-Zadel, Vorsitzende des Landesverbands der Alzheimer Gesellschaften NRW. Seit April bietet der Verband Selbsthilfe online an. Jeden Donnerstag um 15:00 Uhr treffen sich Angehörige im digitalen Raum – kostenlos und virenfrei.

Nach vorheriger Anmeldung per E-Mail beim Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe (KoPs) von Alzheimer NRW erhalten die Interessierten einen Zugangscode für die Video-Plattform. Um teilnehmen zu können, benötigen sie lediglich einen Laptop, ein Tablet oder Computer, mit Internetzugang, Kamera und Mikrofon. Es reicht aber auch schon ein Smartphone. Alle Teilnehmenden sehen sich gleichzeitig auf einem unterteilten Bildschirm. Wer nicht über diese Technik verfügt, kann sich einfach telefonisch zuschalten. Bis zu zehn Personen können an der jeweils 90-minütigen Austauschrunde teilnehmen.

„Der Austausch per Video-Plattform erfordert klare Strukturen“, erklärt Elisabeth Philipp-Metzen, die die Online-Treffen moderiert. Nach einer kurzen Vorstellung und Einführung in die technischen Funktionen können die Angehörigen ihre Fragen loswerden und die eigene Situation schildern. Die Moderatorin achtet dabei darauf, dass alle Teilnehmenden Gelegenheit bekommen, ihre Anliegen vorzubringen. Eine Chat-Funktion ermöglicht es, Fragen und Anmerkungen parallel schriftlich einzugeben. Die Gerontologin und Sozialpädagogin, die das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe von Alzheimer NRW leitet, kann aus ihrer langjährigen Erfahrung in der Selbsthilfe schöpfen, Tipps zu Pflege und Demenz geben oder Kontakte vermitteln. „Natürlich gibt es nicht für alle Fragen und Problemlagen eine Sofortlösung“, räumt Philipp-Metzen ein. Oft helfe es den Ratsuchenden aber auch schon zu hören, dass es anderen ganz ähnlich geht. Das Angebot ist bewusst niedrigschwellig konzipiert und nicht an eine langfristige Mitgliedschaft gebunden. „Viele haben ganz konkrete Fragen oder wollen erstmal einen Einblick in das Thema Pflege und Demenz“, so Philipp-Metzen. „Genau dafür sind die Online-Treffen ideal.“

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