Modellprojekt „Gelassen – nicht alleine lassen“

Entwicklung eines Instruments zur Selbsteinschätzung der eigenen Gelassenheit, um Herausforderungen durch Begleitung und Pflege bewusst anzunehmen oder abzuwenden.

Bei einer hohen und ständig steigenden Anzahl von Menschen mit Demenz sind Angehörige die wichtigsten Betreuungs- und Pflegepersonen. Die Versorgung im häuslichen Alltag bedeutet für Angehörige eine enorme Belastung und bringt sie oft an die eigenen Grenzen. Diese Belastung kann dazu führen, dass sich Gedanken im Kreis drehen, die innere Anspannung zunimmt und Kontrollmechanismen versagen: Die nötige „Gelassenheit“ fehlt!
Eine allgemeine Empfehlung für Angehörige lautet, dass sie sich beraten lassen sollen, wenn sie merken, dass sie sich überlastet fühlen oder im Zusammenhang mit Begleitung und Pflege eine Neigung zu Handlungen wahrnehmen, die als gewaltsam empfunden werden könnte. In der Praxis ist jedoch festzustellen, dass die Hürde, Unterstützung oder ein Beratungsangebot in Anspruch zu nehmen, sehr hoch ist.

Projektziel

Es wird ein Instrument entwickelt, mit dem pflegende Angehörige selbst den situativen Grad ihrer Gelassenheit messen können. Damit sollen diese in ihrer Selbstreflexion unterstützt werden, um kritische Situationen wahrzunehmen und zu vermeiden oder selbst zu erkennen, dass ein Hilfs- und Beratungsangebot hilfreich sein könnte. Entstehen soll ein leicht verständliches Manual, das pflegenden Angehörigen Alternativen zu freiheitseinschränkenden Maßnahmen aufzeigen kann.

Maßnahmen

Das Instrument zur Selbsteinschätzung sowie alltagstaugliche Strategien sollen an verschiedenen Standorten in NRW gemeinsam mit pflegenden Angehörigen entwickelt und getestet werden. Eine gute Selbsteinschätzung der eigenen Kräfte ermöglicht einen gelassenen Umgang mit herausfordernden Pflegesituationen. Die in den einzelnen Projektphasen erarbeiteten, unterschiedlichen Handlungsoptionen sollen eine entspanntere Interaktion zwischen den Pflegenden und den an Demenz erkrankten Angehörigen ermöglichen. Eine menschlich zugewandte und gewaltfreie Pflegesituation im häuslichen Umfeld soll möglichst gewährleistet werden.

Wirkung

Angehörigen werden alltagsnahe und anwendbare Hilfen zur Selbsthilfe gegeben, die über die bestehenden Netzwerke der Alzheimer Gesellschaften, der Landesinitiative Demenz-Service  NRW oder dem Zentrum zur Qualitätsentwicklung in der Pflege in die Fläche getragen werden können.

Infos & Kontakt

Projektleitung
Ira-Maria Bredt, Klinische Diplom-Psychologin
Tel. 0211-240 869-13
E-Mail: bredt@alzheimer-nrw.de

Projektmitarbeiterinnen
Monika Tolksdorf-Henkel, Diplom-Psychologin
Tel. 0211-240 869-21
E-Mail: tolksdorf-henkel@alzheimer-nrw.de

Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e. V.